
Die Mitglieder der Partei DIE LINKE in der Städteregion Aachen haben am Wochenende (16.1.2010) ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Landtagswahl am 9. Mai 2010 aufgestellt: Marika Jungblut und Darius Dunker für die Stadt Aachen, Frank Thyssen und Albert Borchardt für den ehem. Kreis Aachen.
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Für den Landtagswahlkreis 1 (nördlicher Teil der Stadt Aachen) wurde fast einstimmig Marika Jungblut gewählt. Die archäologische Assistentin aus Aachen ist derzeit auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Städteregionstag. Sie forderte bei ihrer Kandidatur eine Politik, die verstärkt dafür kämpft, Jugendlichen jeglicher sozialer Herkunft eine gute berufliche und soziale Perspektive zu eröffnen. Es dürfe nicht sein, dass Schülerinnen und Schüler bestimmter Schulformen von der Gesellschaft einfach aufgegeben würden.
Der Sprecher des Aachener Kreisverbands der Linken, Darius Dunker, wurde mit großer Mehrheit zum Kandidaten für den Wahlkreis 2 (südlicher Teil der Stadt Aachen) gewählt. Dunker kritisierte ebenfalls die Bildungspolitik. Das Scheitern des sogenannten Bologna-Prozesses, das jetzt allgemein festgestellt würde, sei kein überraschendes Misslingen. Als einstiger Landessprecher eines linken Studierendenverbandes erinnere er sich noch genau: „Wir haben vehement davor gewarnt! Es war jedem klar, dass beabsichtigt war, die Leute in den reduzierten Bachelor-Abschluss zu treiben, und dass der breiten Masse der Zugang zum Masterstudiengang verwehrt werden würde.“ Überhaupt werde offenbar auf Vergesslichkeit der Wählerinnen und Wähler spekuliert, so Dunker. „Wenn jetzt die SPD gebührenfreie Bildung von der Kita bis zum Uni verspricht, sollen wir wohl vergessen, dass es die letzte rot-grüne Landesregierung in NRW war, die mit den Studiengebühren angefangen hat.“ Deren Gebühren für sogenannte Langzeitstudierende seien der Wegbereiter für allgemeine Studiengebühren gewesen, die CDU und FDP dann eingeführt haben. Dunker: „Am Beispiel Hochschulpolitik wird klar: Wer einen wirklichen Politikwechsel in NRW will, kann sich auf rot-grün nicht verlassen, sondern muss DIE LINKE wählen.“
Für Wahlkreis 3 (Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath, Würselen) stellte DIE LINKE ihren Alsdorfer Fraktionsvorsitzenden Frank Thyssen auf. Thyssen arbeitet in einer kommunalen Verwaltung im Sozialbereich, dementsprechend will er sich auch im Land für Strukturen im sozialen Bereich einsetzen, die das Wohl der einzelnen Betroffenen im Blick haben. Große Mammutbehörden seien dazu nicht geeignet, so Thyssen. Es müssten Verfahren entwickelt werden, die ganz nah bei den Menschen ansetzen und ihnen individuell helfen.
Ohne Gegenstimmen wurde Albert Borchardt für den Wahlkreis 4 (Eschweiler, Stolberg, Monschau, Roetgen, Simmerath) nominiert. Der bildende Künstler, der seine Partei derzeit als Einzelkämpfer im Stadtrat von Eschweiler vertritt, möchte sich insbesondere für die Förderung erneuerbarer Energien stark machen. Wer eine wirkliche Energiewende im Lande wolle, müsse sich aber auch mit den großen Stromkonzernen anlegen. „Es reicht nicht, sich nur für Umwelt einsetzen zu wollen, ohne die wirtschaftlichen Verhältnisse zu ändern“, meinte Borchardt, der an seinem Wohnort in Weisweiler einen mächtigen Energiekonzern täglich unmittelbar vor Augen hat.