Protestaktion am 26.06.2010
Alles schön und gut, aber außer Menschen soll auf dieser Strecke demnächst Atommüll fahren! Und zwar ab Forschungszentrum Jülich bis nach Düren und von dort nach AHAUS.
Dort im Westmünsterland wehren sich die Menschen mit Recht, zum Strahlenklo halb Deutschlands zu werden: Was an Atommüll in Jülich entstand, sollte auch dort bleiben, solange es kein wirklich sicheres Endlager gibt, und ein solches ist nirgends in Aussicht. Zumal ein Großteil des Jülicher Strahlenmülles kaum transportiert werden kann: Er besteht nämlich aus dem alten Hochtemperaturreaktor (AVR) selbst, der durch den vertuschten Unfall von 1978 das Erdreich darunter so sehr verstrahlt hat, daß er, um es abzutragen, komplett flachgelegt und mit einem Luftkissenschlittenmanöver 200 Meter weiter geschleppt werden soll. Die Halle, worin er dann die nächsten mindestens 60 Jahre vor sich hinstrahlen soll, um später vielleicht zerlegt werden zu können, wurde im März trotz unserer vielen Bedenken und Einwendungen (nicht flugzeugabsturzsicher) genehmigt. Jetzt hat sich auch noch herausgestellt, daß die Strahlung des Reaktorbehälters (100000mal höher als Stade, nach Tschernobyl und Harrisburg der verstrahlteste Reaktor der Welt!) so hoch ist, daß die für den Abbau konstruierte Betonummantelung nicht abgebaut werden kann, ohne am 200 Meter entfernten Südzaun des Forschungszentrums die (auch schon zu hohen) Grenzwerte für Unbeteiligte zu überschreiten, weshalb der Zaun verlegt werden müßte! Die alten Brennelementkugeln aus diesem Reaktor liegen in speziellen Castorbehältern in einer anderen Halle auf dem FZ-Gelände, die 1994 also ein Jahr vor der Ahauser Halle genehmigt wurde. Damals wurden im Erörterungstermin alle unsere Bedenken abgetan: Die Halle sei unglaublich sicher. (Natürlich wiedermal nicht gegen Flugzeugabstürze, aber das sind auch weder die Halle in Ahaus, noch die meisten Reaktoren selbst! Wenn die Elekronik erneuert würde, wäre die Jülicher Halle sogar auf dem “neuesten Stand”. Warum also einen hochgefährlichen Transport riskieren?! Um dem Volk vorzugaukeln, es gäbe eine sichere "Entsorgung". Natürlich ist auch ein Straßentransport nicht sicherer. Deshalb: Statt alten Atommüll herumzurollen, keinen neuen herstellen.
Termin: 26.06.2010
Abfahrt in Aachen 9:41 Bushof (Linie 11)
Treffpunkt Jülich Bahnhof 11:00
Abfahrt zum Forschungszentrum 11:40
dort Stichgleisbegehung bis zum FZ-Zaun
12:45 Weiterfahrt vom FZ-Bahnhof nach Düren
13:10 Abschlußkundgebung in Düren
Gorleben, Ahaus, Jülich – wir woll’n den Strahlenmüll nich’!
Statt 2,3, vielen Assen den Wahnsinn endlich lassen!
Übrigens hat der Rat der Stadt Jülich auf Antrags des Vertreters der Partei "Die Linke" einstimmig (!) von der AVR GmbH, der Betreibergesellschaft des AVR, gefordert, eine Kinderkrebsstudie, wie sie um die meisten anderen deutschen Reaktoren herum durchgeführt wurde, und von 50 – 5 km Umkreis ansteigende Leukämieraten erwies, durchzuführen. Die AVR hat diesen Wunsch mit ein paar schnöden Verharmlosungssprüchen abgeschmettert, alles sei doch 1999 als der 1978er Unfall an's Licht kam, untersucht worden, aber von wegen: Wo ist das leichtflüchtige Tritium, das damals in großer Menge in den Boden und in das Grundwasser geriet, denn hin? (Die jetzige Verstrahlung des Erdreiches unter dem AVR kommt hauptsächlich vom weniger beweglichen Strontium 90.) So leicht werden die sich nicht aus der Affaire ziehen können. Auch deshalb, weil jetzt, nachdem Südafrika ihren Reaktorexportartikel jetzt endgültig ad acta gelegt hat, sie schon kräftig dabei sind, ihn Polen (an einem Standort nahe der deutschen Grenze) anzudrehen.
Natürlich haben wir hier das brisante Thema nur angerissen und empfehlen deshalb zur weiteren Information u.a. folgende Webseiten:
Zu erneuerbaren Energieen: www.sfv.de
zur Uranproblematik: www.aku.gronau.de
zu Atommüll: www.bi-ahaus.de , www.sofa-ms.de
zu Stromkonzernen: www.urgewald.de
zum Hochtemperaturreaktor: www.reaktorpleite.de
zu Normalbetriebsgefahren / Kinderkrebsstudie: www.ippnw.de
zu Aktionen in unserer Region: www.koelnergegenstrom.blogspot.de , www.dielinke-juelich.de
V.i.S.d.P. Linksrheinisches Komitee gegen Strahlengefahr
c/o Martina Haase, Wilbankstr.133, 52076 Aachen
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/ 0177-8986174
Wer bei Aktionen mitmachen möchte und/oder Angaben zu eventuellen Atomtransporten machen kann, bitte hier melden oder direkt bei den Münsterländer/innen:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
/ 02561-961791 und 02561-961799
(Selbstverständlich vertraulich!)