Pressemitteilung
Aachen, 16.03.2011
Bei Atomkraftwerken geht es schlicht um die Frage: Profit oder Leben?
Der Atomreaktorunfall in einem Hightech-Land wie Japan ist keine Naturkatastrophe, sondern zwangsläufige Folge einer fehlsichtigen und verantwortungslosen Politik, die dem kurzfristigen Profit durch lebensgefährliche Produkte (Gentechnologie, Atomtechnologie, Rüstungstechnologie, Erdöltechnologie, Agrartechnologie, etc.) einer global agierenden Großindustrie und Finanzwirtschaft dient.
Damit muss endlich Schluss sein! Wir brauchen nachhaltige, vernünftige, für die regionale und kleinräumige Versorgung der Weltbevölkerung förderliche Produktion, die der gesunden Lebensumwelt und den natürlichen Lebensgrundlagen der Lebewesen auf unserem Planeten endlich Priorität verleiht.
Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Atomenergie nicht beherrschbar ist. „Jedes Kernkraftwerk weist gefährliche Sicherheitsmängel auf…und es zu schweren Kernschmelzunfällen kommen kann… Bei einer Kernschmelze kommt es sehr schnell zu massiven Freisetzungen von Radioaktivität…“ Nachzulesen in veröffentlichten Studien der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS).
Es gibt in Wahrheit nur marginale Unterschiede von etwas mehr oder etwas weniger Unsicherheit. Jedes AKW auf der Welt ist eine tickende Zeitbombe.
Jede zusätzliche Strahlenbelastung führt bei Menschen und Tieren zu Chromosomenbrüchen und damit zu Missbildungen und gefährlichen Krankheiten. Und das über viele nachfolgende Generationen. Radioaktive Substanzen kommen in die Nahrungskette und vergiften unsere Nachkommen.
Entscheidend für akute Lebensgefahr ist die Dauer der Einwirkung und die Dosis der Strahlung (Sv = Sievert). Eine akute Strahlenkrankheit tritt bei einer Dosis von ca. 1 Sv auf.
Zum Auftreten einer Strahlenkrankheit zählen Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, klassische Grippesymptome und Haarausfall. Nach einem ersten Schub der Erkrankung folgt eine Erholungsphase von 10 bis14 Tagen, anschließend treten zusätzlich zu den Erstsymptomen gravierende Veränderungen der Blutbildung, Magen-Darmblutungen, Durchfälle und Infektionserkrankungen ein.
Langfristige Schäden sind insbesondere Leukämien und Schilddrüsenkrebs, welche schon nach 2 bis 3 Jahren nach einer „Bestrahlung“ auftreten können. Krebskrankheit der Brust, der Lungen und des Magen-Darmtraktes können ebenso Folgen von freigesetzter Radioaktivität sein.
Aufwändige Langzeitstudien haben gezeigt, dass in exponierten Gebieten diese Krebsarten bereits ohne eingetretenen Super-Gau signifikant häufiger auftreten. Kinder und Jugendliche sind davon häufiger und schneller betroffen.
Allein schon die Lagerung des atomaren Mülls ist eine Gesundheitsgefährdung für Mensch und Umwelt auf tausende von Jahren. Das betrifft uns in direkter Nähe mit Jülich und Tihange.
Wenn große Mengen Strahlung durch Freisetzung von Radioaktivität in die Umwelt gelangen, hat das Folgen unvorstellbaren Ausmaßes für das Leben auf unserem Planeten. Das Gefasel der Kanzlerin Merkel von ‚Moratorium’ und „Kernkraftwerke überprüfen’ und ‚ggf. nachrüsten’ ist angesichts dieser Gefahr für die Welt unverantwortlich. Wir verlangen, dass die Bundesregierung sich gegen den Widerstand von EnBW, RWE und E.On durchsetzt und entscheidet: Sofort Abschalten! Alle Kernkraftwerke!
Helga Ebel
Sprecherin der AG Soziales und Gesundheit
Linkes Zentrum
Augustastraße 69
52070 Aachen
Tel. 0241 - 99 06 38 20
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